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Körperliche Überlastung

Überlastung sreaktionen im körperlichen Bereich 


Übersicht


1. Einleitung
2. Auslösesituationen für körperliche Überlastung
sreaktionen
3. Eu-Stress/Dys-Stress
4. Kognitive Überlastung
sreaktionen
5. Emotionale Überlastung
sreaktionen
6. Was hilft bei körperliche
n Überlastung sreaktionen? 

1. Körperliche Überlastung: Einleitung 

Überforderungsreaktionen stellen eine gesunde Reaktion des Körpers auf eine anhaltende Überlastung dar. Diese körperliche Überlastung muss den Betroffenen subjektiv über längere Zeit nicht als ein Stress erschienen sein, sondern kann als eine positive Herausforderung erlebt worden sein. Es betrifft häufig gerade sehr engagierte Menschen. Aus diesem Grunde wird die Belastung nicht rechtzeitig in ihrem überlastenden Ausmaß wahrgenommen und folglich unverändert fortgesetzt. Erst durch das Auftreten von körperliche n Überlastung sreaktionen entsteht für die Betroffenen eine entsprechende Wahrnehmung. Natürlich reagiert auch der Organismus mit psychischen Überlastung sreaktionen, diese werden in einem gesonderten Artikel dargestellt (siehe Überlastungsreaktionen im psychischen Bereich). 

2. Auslösesituationen für körperliche Überlastung sreaktionen 

Die Voraussetzung für das Auftreten von körperliche n Überlastung sreaktionen ist also eine über längere Zeit anhaltende Dauerbelastung, die aus äußeren oder inneren Beweggründen nicht verändert wurde. Subjektiv wurden Vorboten von körperliche n Überlastung sreaktionen negiert und mit Rationalisierungen beiseite getan.

Durch die Überlastung sreaktion versucht der Organismus die Betroffenen vor einer längerdauernden Stressüberlastung zu schützen. Anhaltender Stress kann auf die Entwicklung vieler körperlicher Funktionsstörungen einen zentralen Einfluss ausüben. 

3. Körperliche Überlastung: Eu-Stress/Dys-Stress

Stress stellt entwicklungsgeschichtlich eine Reaktionsbereitschaft auf eine vitale Bedrohung dar, die auf Kampf oder Flucht vorbereiten sollte. Wenn diese Reaktionen nicht ausgeführt werden können, kann dies zur Entwicklung von körperliche n Anpassungsstörungen führen, die bei anhaltendem Stress zu einer Überlastung sreaktion beiträgt. 

Ein Leben ohne Aufgaben, die uns befriedigen, erscheint nicht wünschenswert. Auch derartige Aufgaben könnten bei sehr enger Auslegung als Stress definiert werden. Deshalb unterscheidet die Psychologie zwischen Eu-Stress und Dys-Stress. Eu-Stress erleben wir alle bei unseren täglichen Aufgaben, er fördert unsere Wachheit, Konzentration und Leistungsbereitschaft. Dys-Stress stellt eine Überforderung unseres Leistungssystems über die individuellen Leistungsgrenzen hinaus dar und führt bei längerer Dauer zu negativen körperlichen und psychischen Auswirkungen. Wenn wir im Zusammenhang mit unserem Thema bei den körperliche n Überlastung sreaktionen von Stress sprechen, ist in der Regel der schädliche Dys-Stress gemeint, also eine Belastung, der die Betroffenen länger ausgesetzt sind, die aber nicht in einer befriedigenden Erfüllung endet. 

Ohne die oben beschriebene reale Bedrohungssituation, die die Grundlage für die physiologische Bereitstellungsreaktion darstellte, wird unser Nervensystem auch bei Dys-Stress mobilisiert, die Belastungsreaktion kann jedoch nicht erfolgen und die innere Anspannung führt bei Fortdauer zu einer körperliche n Überlastung sreaktion. Es kommt sowohl im seelischen, als auch im körperlichen Bereich zu einer Dauerbereitstellungsreaktion mit den nachfolgend beschriebenen Störungen. 

4. Körperliche Überlastung: Vegetativ-hormonelle Überlastung sreaktionen 

Bei den vegetativ-hormonellen Überlastung sreaktionen reagiert der Organismus auf den Dauerstress mit einer Erhöhung der Reaktionsbereitschaft in Richtung Erregung mit körperlichen Folgereaktionen. Diese führen zu psychosomatischen Störungen:

An erster Stelle entwickeln sich Schlafstörungen, sowohl Ein- als auch Durchschlafstörungen. In der Folge kommt es zu einer chronischen Müdigkeit und zu schneller körperlicher Erschöpfbarkeit

Es kommt weiterhin zu einer auffallenden Anfälligkeit gegenüber Infekten. Die Betroffenen leiden unter wiederholten Fieberzuständen und körperlichen Erscheinungen, wie sie von einer Grippe bekannt sind. Zum Teil erkranken die Betroffenen auch real an wiederholten Infekten, da die Immunabwehr gestört ist. (Einige Autoren vermuten hier unter anderem eine Ursache für Überlastung sreaktionen; aber es gibt keine allgemein anerkannten Untersuchungen). 

Weiterhin kommt es zu Störungen im oberen Magen-DarmTrakt. Es treten Völlegefühle, Magenbeschwerden - ohne dass körperliche Befunde gefunden werden - gehäuft auf. Bei anderen Betroffenen stehen Verdauungsstörungen im Vordergrund. Wieder andere Betroffene leiden unter Appetitstörungen. Der gesamte Magen-Darm-Bereich ist funktionell gestört, d. h. es treten gravierende Beschwerden auf, ohne dass sich bei der ärztlichen Untersuchung gravierende krankhafte Befunde finden lassen. 

Das Kreislaufsystem kann ebenfalls von Störungen betroffen sein. Es ergeben sich Herz-Kreislauf-Beschwerden im Sinne von Dysregulationen. Symptomatisch leiden die Betroffenen unter Schwindelerscheinungen, insbesondere diffuse Schwindelgefühle, die das körperliche Wohlbefinden massiv beeinträchtigen. 

Neben diesen allgemeinen Kreislaufreaktionen treten auch Herzrasen und Herzstolpern auf, was bei den Betroffenen zu tiefgreifenden Verunsicherungen führt. Die Betroffenen entwickeln Ängste und Unruhezustände in Bezug auf ihre körperliche Gesundheit. Es folgen Blutdruckschwankungen, sowohl mit erhöhten als auch erniedrigen Blutdruckwerten. Auch dies führt zu einem anhaltenden körperlichen Unwohlsein. 

Auch das Hormonsystem kann betroffen sein, was zum Teil Ursache für die gerade beschriebenen Herz-Kreislauf-Reaktionen sein kann. Körperliche Überlastung sreaktionen können über Störungen des Hormonhaushaltes auch zu verschiedenen sexuellen Funktionsstörungen beitragen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden hier einzelne Funktionsstörungen erwähnt, vorrangig treten Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Monatsregel (Amenorrhoe) bei Frauen auf. Bei Männern kommt es zu Potenz- und Errektionsstörungen. Bei beiden Geschlechtern entwickelt sich eine Störung im sexuellen Verlangen (Libidostörungen). Störungen im Bereich des Sexuallebens unterliegen nach wie vor Schamgefühlen und werden von vielen Betroffenen erst auf Nachfragen thematisiert. In diesem Zusammenhang erscheint wichtig, derartige Funktionsstörungen als Ausdruck einer körperliche n Überlastung sreaktion wahrzunehmen, und dies als weiteren Hinweis für die Notwendigkeit einer Veränderung der aktuellen Lebenssituation. 

Auch der Fettstoffwechsel ist anfällig bei körperliche r Überlastung, Dauerstress mobilisiert deutliche Erhöhungen des Cholesterinspiegels. 

Übermäßiges Schwitzen kann zu Störungen bei alltäglichen Sozialkontakten führen. Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit und eingeschränkte Ausdauerfähigkeit können ebenfalls als körperliche Überlastung sreaktionen auftreten. Kopfschmerzen, insbesondere diffuse Spannungskopfschmerzen sind häufig Ausdruck körperliche r Überlastung sreaktionen. Da es sich bei den Reaktionen der körperliche n Überlastung um chronisch anhaltende, über Monate dauernde Belastungsstörungen handelt, ist die Gefahr durch gehäufte Einnahme von Kopfschmerzmitteln einen Schmerzmittelkopfschmerz zu erzeugen nicht unerheblich. Auch Migräne tritt unter Dauerstress bei einigen Betroffenen häufiger zutage, als ohne körperliche Überlastung. 

Ein weiteres großes Feld von körperliche n Überlastung sreaktionen stellen muskuläre Beschwerden dar: 

5. Muskuläre Reaktionen auf körperliche Überlastung 

Ständige Anspannung verbraucht übermäßig viel Energie. Sie ermüden schneller und leiden unter Folgeerscheinungen von anhaltenden muskulären Verspannungen. Durch eine psychische Daueranspannung folgt eine muskuläre Bereitstellung mit erhöhter Muskelspannung. Das führt zu einer schnelleren körperlichen Ermüdbarkeit und einem allgemeinen Schwächegefühl. 

Aber auch die Blutgefäße in den Muskeln werden durch die muskuläre Verspannung eingeengt und damit die Blutversorgung der Muskeln beeinträchtigt. Hierdurch wird die Sauerstoffversorgung vermindert und auch der Transport wichtiger Nährstoffe wird folglich vermindert. Andererseits werden dadurch anfallende Abbauprodukte wie Kohlendioxyd und Milchsäure nicht vollständig abgeführt. Die Folge sind ausgeprägte muskuläre Beschwerden und später nachfolgend muskuläre Schmerzzustände. Zum Teil treten diese Beschwerden später auch ohne körperliche Überlastung auf im Sinne einer chronischen Unterversorgung der Muskulatur, da auch über vegetative Regulationsmechanismen die Blutgefäße eng gestellt bleiben können. All diese muskulären Prozesse werden anfangs von den Betroffenen kaum ernst genommen, da sie sich anfangs noch relativ vollständig zurückbilden und erst bei anhaltendem Dys-Stress kommt es zu einer chronischen muskulären Überlastung sreaktion mit anhaltenden Schmerzzuständen. 

Vorboten dieser körperliche n Überlastung sreaktionen sind:

  • körperliche Verspanntheit

  • Entspannungsunfähigkeit

  • schnelle Ermüdbarkeit

  • Muskelzittern

  • Muskelkrämpfe

  • Kopfdruck

  • Rückenbeschwerden

Wenn Sie bei sich derartige körperliche Reaktionen feststellen, und diese nicht nur direkte Folge einer anstrengenden kurzfristigen körperlichen Belastung sind, sondern über ca. ein halbes Jahr anhalten und auch nach Ruhephasen nicht völlig verschwinden, sollten sie diese Beschwerden als Warnsignale ihrer Stressbelastung ernst nehmen. Es sind Vorboten einer ernstzunehmenden körperliche n Überlastung sreaktion, die natürlich auch psychische Reaktionsmuster bietet, diese werden aber in einem gesonderten Artikel dargestellt (siehe auch psychische Überlastung). 

6. Was hilft bei körperliche n Überlastung sreaktionen? 

An erster Stelle muss dieser Zustand als eine Krankheitsentwicklung erkannt werden. Das ist häufig schwierig, da die Betroffenen lange keinen Arzt aufsuchen und wenn sie zum Hausarzt gehen, von diesem keine anhaltenden körperlichen Befunde festgestellt werden. Die Symptomatik ähnelt der von depressiven Störungen, aber die Intensität und die typischen Krankheitszeichen dieser Erkrankung fehlen, obwohl es auch zu regelrechten depressiven Reaktionen kommen kann. 

Derartige Überlastung sreaktionen werden von Ärzten und Betroffenen mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet:

Burn-out-Syndrom, chronisches Müdigkeitssyndrom oder Chronic-Fatigue-Syndrom. Diese Gesundheitsstörungen treten vor allem bei sehr engagierten Menschen auf, die ihre körperliche Überlastung sreaktion für die eigene Person am wenigsten akzeptieren können. Aus diesem Grund neigen die Betroffenen auch dazu, lange keine Hilfe zu suchen. Auf der anderen Seite gibt es auch aus medizinischer Sicht keine einheitlichen Beurteilungen dieser Gesundheitsstörungen. Es gibt noch keine allgemein anerkannten wissenschaftlichen Kriterien; trotz allem erscheint eine therapeutische Behandlung sinnvoll und erforderlich. 

An erster Stelle sollte die körperliche Überlastung unterbrochen werden. Da es sich schon um einen chronischen Zustand handelt, empfiehlt sich neben einer erforderlichen Lebensumstellung in der Regel auch eine psychotherapeutische und medizinische Beratung. Bei starken und lang dauernden körperliche n Überlastung sreaktionen erscheint auch ein stationäres Heilverfahren im Sinne einer psychosomatischen Kurmaßnahme mit multidisziplinärem Behandlungsangebot sinnvoll. 

Hier wird neben allgemein roborierenden Maßnahmen wie Bäderanwendungen, Massagen und leichtem Ausgleichssport wie Schwimmen und Terraintraining, vor allem die Entspannungsfähigkeit der Betroffenen gefördert. Hierzu erlernen die Betroffenen Entspannungsverfahren wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Auch imaginative Verfahren können angewandt werden. Neben diesen klassischen Entspannungsverfahren ist gerade bei körperliche n Überlastung sreaktionen der Einsatz einer Atemtherapie äußerst empfehlenswert, da hier nicht nur die körperlichen Reaktionen, sondern auch  die psychische Befindlichkeit in positiver Weise beeinflusst werden. 

Das Ziel einer verbesserten Tagesstruktur mit genügend Ruhe- und Pausenzeiten zum Abschalten und Umschalten wird durch das Therapiesetting gefördert. Im weiteren werden im Rahmen von psychotherapeutischen Beratungsgesprächen die Selbstwertregulation wieder verbessert. Hierzu erscheint die Teilnahme an Gruppengesprächen mit anderen Betroffenen und die Informationsweitergabe über Stressbewältigung äußerst förderlich und wird von vielen Betroffenen als hilfreich erlebt. Auch imaginative Übungsverfahren (Tagtraumreisen) bieten einen neuen Zugang zum eigenen Erleben. Sie fördern einen gesunden Ausgleich und fördern eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit. 

Durch einen ganzheitlichen therapeutischen Ansatz, einschließlich einer gesunden Ernährung, einer verbesserten Freizeitgestaltung und der Förderung persönlicher Ressourcen kommt es in der Regel zu einer deutlichen emotionalen Stabilisierung der Betroffenen. Dies fördert die Fähigkeit zu einer Neuorganisation der betreffenden Lebensbereiche. In diesem Zusammenhang erscheint die Aufklärung von Angehörigen über das Störungsbild äußerst förderlich. 

Olaf Rüster
Oberarzt
Arzt für Psychotherapeutische Medizin
Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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